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Re: Installationsprobleme



On 14.Sep 2003 - 22:57:07, B. M. Habermehl wrote:
> Am Mittwoch, 10. September 2003 20:48 schrieb Andreas Pakulat:
> 
> [...]
> 
> > > Hmm, mit SuSE, Mandrake und RedHat gabs eigentlich keine
> > > Schwierigkeiten. Abgesehen vom Sound. Ich denke mal, dass es was
> > > damit zu tun hat, dass Debian eher auf alt Bewertes setzt, und die
> > > anderen Drei auf aktuellste Pakete.
> >
> > Bei Debian woody auf jeden Fall, aber bei einem Server ist das eher
> > unwichtig da ist Stabilität und abgestimmte Pakete wesentlich
> > wichtiger und für Desktopsysteme gibts meist Backports.
> 
> Also ist Debian eher eine Server-Distri?

Ich denke nicht das Debian eine Server-Distri ist, sie wird aber sehr
häufig auf Servern eingesetzt. Im Desktopbereich ist in Dtl. ja eher
SuSE anzutreffen, obwohl auch hier, grad aufgrund der ct-Knoppix und
ähnlichen Dreingaben zu PC-Magazinen, zumindestens debian-basierte
Distri's Fuss fassen.

> Wenn ja, bin ich gerade aus allen 
> Wolken gefallen. ;-) Ich dachte eigentlich, dass alle (mir bekannten) 
> Distris auf Desktop-Einsatz hinarbeiten.

Nun, da sind die Debian-Leute glaub ich ein wenig anders. Auch hier
wurden natürlich die Zeichen der Zeit erkannt, und es wird ja auch
z.B. an einem grafischen Installert gearbeitet. Aber dennoch ist
oberstes Ziel bei Debian eine stabile, sichere Distri zu schaffen,
deren Software/Pakete gut aufeinander abgestimmt sind.

> [...]
> 
> > > Ja, da bin ich noch am Basteln. Für SuSE gibt es einen Treiber von
> > > AVM. Der ist auch bei der SuSE dabei. Für andere Distributionen wird
> > > keiner Angeboten. Und ich habe auch ziemliche Probleme damit, bei
> > > Debian und Mandrake die Abhängigkeiten zu erfüllen, weil die Pakete
> > > jedesmal anders heißen und Dateien/Programme in mal in Paket A und
> > > mal in Paket B sind.
> >
> > UhOhAh, also ich fürchte da wirst du wirklich Probleme bekommen. Ich
> > weiss das AVM für ISDN-Karten auch propietäre Kerneltreiber
> > bereitstellen und das die Fritz-PCI v 2.0 zuerst nur damit lief, aber
> > die waren auf allen möglichen Distri's einsetzbar.
> 
> Das wird der für SuSE sein. Aber da ich ISDN erst sein ein paar Wochen 
> habe, war es noch nicht nötig, mich mit ISDN und Linux auseinander zu 
> setzen. Und das scheint etwas schwieriger zu sein, als ein Modem mit 
> wvdial einzurichten.

Hmm, das kommt drauf an, denn ein WinModem mit wvdial in Betrieb zu
nehmen ist IMHO schwieriger als eine ISDN-Karte zu benutzen.
Mittlerweile ist ja auch ein Fritz 2.0 Treiber im 2.4er Kernel -
allerdings ist der noch EXPERIMENTAL gekennzeichnet.

Um dir deine Angst zu nehmen, solange ein Kerneltreiber für Hisax oder
CAPI existiert, läuft es darauf hinaus denselbigen zu laden und danach
die isdnutils zu starten.

> [...]
> 
> > > Hier haben wir schon das Problem. Ich habe reiserFS (mein
> > > Standard-Dateisystem) nur als Modul angegeben. Das war dann bestimmt
> > > das, was den Fehler verursacht hat. Wieder was dazu gelernt. ;-)
> >
> > Ist anzunehmen, wenn der Kernel die Wurzel des Dateisystems nicht
> > mounten kann, dann kann er nix weiter machen da ihm wirklich alles
> > fehlt und Reiserfs ist standardmässig nicht fest drin (AFAIK).
> >
> > Du kannst auch alles als Modul machen, aber dann brauchst du eine
> > initrd und das erfordert etwas mehr Aufwand beim erzeugen des Images.
> > Die Standard Kernel von Debian machen es mit einer initrd damit
> > möglichst viele Root-FS unterstützt werden könen.
> 
> Also müsste ich dann noch mkinitrd aufrufen, um initrd zu erstellen. Ich 
> dachte, dass würde mit make-kpkg automatisch geschehen. Na, ja. Learning 
> by doing. ;-)

Ich denke nicht das make-kpkg das macht, mag mich aber irren, da ich
keine initrd's benutze. Aber eigentlich macht make-kpkg nur das
kompilieren und bauen eines Kernelpaketes. Ich hab in der rules Datei
auch nichts weiter von initrd gefunden - so auf Anhieb.

> > > > make-kpkg --revision=$denkdirwasaus --rootcmd=fakeroot kernel_image
> > >
> > > Hier habe ich nur make-kpkg kernel_image benutzt. Laut dem Hilfetext,
> > > den ich hier habe, habe ich das so verstanden, dass man --revision
> > > nicht bracht. Und da ich als root gearbeitet habe, bin ich davon
> > > ausgegangen, dass man fakeroot auch nicht benötigt.
> >
> > Ja richtig. Nur ist mir halt 10.00custom oder so ähnlich nicht
> > gefällig und als root Kernel zu bauen ist nicht gut. Das geht als
> > normaler User genausogut und man hat wesentlich weniger Risiken - z.B.
> > ein rm -rf / in einem der Makefiles ;)
> 
> Auch war. Aber da das System eh noch nicht im richtig im Einsatz ist, wäre 
> das ja nich so schlimm. Und ich denke mal, dass etwas derartiges bei 
> Distri-Paketen wohl nicht vorkommen wird.

Was hat das jetzt mit Distri-Paketen zu tun? Es ging ja um das
durchführen einer Kernelkompilation als root, und im clean-Teil der
Makefiles stehen bestimmt rm-Befehle. Da wäre es schon ungünstig als
root im falschen Verzeichnis zu sein.

> Das denke ich aber nur solange, bis es mal passiert. ;-)

Tja, also ich wüsste nicht das es schonmal passiert ist - die
Debian-Maintainer sind ja i.A. nicht soo unvorsichtig - aber
theoretisch könnte mal jemand unbeabsichtigt ein rm -rf / in eines der
(post|pre)(inst|rm) Skripte einbauen. Und wenn man unstable hat,
werden ja öfters mal Pakete erneuert...

Gut das ich ein Backup hab ;)

> [...]
> 
> > > > Ich finde vor allem die X11-Konfig gut, das geht im Textmodus und
> > > > man kann alles einstellen was man braucht.
> > >
> > > Na ja. Wie gesagt, ich hatte bisher immer Probleme mit der
> > > X-Konfiguration. Bisher bin ich immer noch am Besten mit SaX2 von
> > > SuSE klar gekommen. Bei allen anderen Tools hatte ich Probleme. Und
> > > die XFree-Tools haben mit mein X-System total zerschießen lassen.
> >
> > Also am sichersten ist immernoch $EDITOR /etc/X11/XF86Config-4 ;)
> 
> Wenn man weiß, was reingehört. Zumal mich die ganzen Distris mit ihren 
> grafischen Tools verwirren. Trotz gleicher XFree-Versionen unterscheiden 
> sich die unterstützten Bildschirme und die Kartentreiber.

Hmm, dann haben diese Distri's aber kein "echtes" XFree86 4.X, denn
die unterstützten Monitore und Karten sind da immer diesselben. AFAIK
hat aber SuSE z.B. den NVidia-Treiber fest drin (zumindestens meine
ich die hatten den früher mal drin) und damit schon einen Treiber mehr
zur Auswahl. Und schlagt mich nicht wenn ich mich irre, aber bzgl. des
Monitors reicht es bei Röhrengeräten doch aus die Horiz und Vertikalen
Frequenzen zu kennen. Wie das bei TFT ist weiss ich leider nicht.

> > > > > Ich habe irgendwo gelesen, dass Debian jetzt auch KDE3 und Gnome2
> > > > > dabei hat. Sind die Pakete erst bei einem Update dabei, oder sind
> > > > > die noch nicht bei der stable dabei?
> > > >
> > > > Noch nicht, Gnome2 ist mittlerweile wohl zu einem guten Teil schon
> > > > in testing (der nächsten stable Version), aber KDE3 lässt aufgrund
> > > > diversere kritischer Bugs noch auf sich warten in testing. In der
> > > > aktuellen stable wird das Zeug nie sein, aber in der nä. die Ende
> > > > 2004 wohl erscheinen wird. Nur in unstable hat man die mit drin,
> > > > aber ...
> > >
> > > Warum dauert das den, im Gegensatz zu anderen Distributionen, bei
> > > Debian so lange? Man könnte doch meinetwegen KDE2 und KDE3 paralell
> > > in die Distri einbauen. Sofern das von den Abhängigkeiten machbar
> > > wäre. SuSE hatte das damals bei ihrer 7.1 auch mit KDE1 und KDE2.
> >
> > Erstens sind da die Abhängigkeiten, gut das ginge ja noch, ausserdem
> > haben die Pakete z.T. diesselben Namen. Aber das wichtigste ist: Bei
> > Debian wird Stabilität und Sicherheit sehr gross geschrieben, deswegen
> > wird ich glaube ungefähr 1 Jahr vor dem nä. Release die Paketdatenbank
> > eingefroren und es dürfen keine neuen Features mehr rein - 1 Jahr vor
> > woody-Release war KDE3 noch nicht released - wenn ich mich nicht irre.
> >
> > Dafür gibts aber Backports von den grossen Paketen.
> 
> Ist ein Jahr nicht ein bissl lang? Immerhin kann sich doch in einem Jahr 
> im Software-Bereich eine Menge tun. Somit würde das doch auch heißen, 
> dass Debian immer hinterherhinkt.

Hast du schonmal geguckt was in Debian stable ist? Da ist ein total
altes Samba, Cups ist auch alt, KDE sowieso. Gut Gnome 1.4 ist auch
heutzutage nicht zu alt, manche benutzen das immernoch lieber als das
neue. Aber vor allem die beiden erstgenannten Pakete haben mich immer
daran gehindert meinen Drucker für den WinPC nutzbar zu machen. Und
KDE 3.0.X war nie und wird nie in einem Debian stable sein. Aber für
sowas gibts ja die Backports.

> Mittlerweile weiß ich vielleicht auch, woher meine ganzen Probleme kommen. 
> CD3 ist bei mir im Eimer. Lässt sich nicht lesen. Vielleicht fehlen dem 
> System somit wichtige Pakete. Weiß ja nicht, was auf der 3. drauf ist.

Mist, jetzt hab ich aufgrund der langen Diskussion doch glatt
vergessen was dein Problem war. Ging um X11 und die Unterstützung
deiner Karte richtig? Also wenn die Pakete kaputt wären, dann hätte
dpkg gemeckert weil die MD5Summen oder die Grösse nicht gepasst
hätten. Wenn sie gar nicht gefunden wurden hättest du ebenfalls von
apt-get eine Fehlermeldung erhalten, das einige Pakete nicht
installiert werden konnten oder gefunden oder sonstwas.

> Eine Bestätigung dafür habe ich nämlich bekommen, als ich auf meinem 
> Rechner etwas nachinstallierten wollte (mit dselect), und mir dann 
> mitgeteilt wurde, dass das Paket nicht vorhanden ist. War aber in der 
> Auswahl mit drin.

Nimm aptitude ist viel einfacher zu bedienen.

> Langsam gewöhne ich mich auch an die Debian-Tools. Vielleicht wage ich in 
> paar Wochen noch einen Versuch auf meinem Laptop.

Also ich habe ca. 6 Monate gebraucht um die apt-* Tools ein wenig zu
durchblicken und vor allem zu lernen das es man und /usr/share/doc
gibt. Es ist in der Anfangsphase meist so gewesen, dass man erstmal
hier gefragt hat und wenn dann die Tips kamen mal in Manpage X oder
unter /usr/share/doc/Y zu suchen hat man gemerkt: "Schon wieder
unnötig gewartet auf Antworten, die Antwort hattest du ja schon da".

Es ist halt nicht einfach die Windows-Denkweisen abzulegen - die
installierte Hilfe taugt nichts wenn man mehr wissen will ausser wie
man den PC ankriegt.

Andreas

-- 
Persönlichkeit ist, was übrig bleibt, wenn man Ämter, Orden und Titel
von einer Person abzieht.
		-- Wolfgang Herbst



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