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Re: Frage(n) zum NTP-Dienst



On Wednesday 10 November 2004 02:49, Walter Saner wrote:
> Tilo Schwarz schrieb:
> > On Tuesday 09 November 2004 20:22, Bertram Scharpf wrote:
> > > Ich dachte, der ntpd stellt die Uhr?
>
> Zuerst wird die Systemuhr nach der RTC gestellt. Der ntpd kommt erst
> viel später. Zu spät.

O.k., ich geb Dir Recht, daß der ntpd "zu spät" zum Zuge kommen kann, 
gerade wenn die RTC völlig daneben geht, was bei einem Heimsystem 
natürlich schnell passieren kann.

> > Tut er auch (wenn man ihn laufen hat). Man könnte argumentieren,
> > daß bei
>
> Ja, leider tut er das. Und damit sind dann Stetigkeit und Monotonie
> der Systemuhr im Eimer. Hurra!

? Der OP schrieb, er wolle seinen Rechner zu einem Zeitserver 
"synchronisieren", da kommt man mit ntpdate alleine leider nicht weit. 
Der Witz von ntpd ist ja gerade, daß der unter Erhaltung von Stetigkeit 
und Monotonie die Systemuhr mit dem Zeitserver in Phase bringt, wenn 
die Systemuhr nicht zu weit von der Zeitserveruhr abweicht (Sonst 
stellt er die Uhr "sprunghaft", was ich in meinem Posting 
fälschlicherweise nicht erwähnt hab).

> > einer "normalen" Installation von ntpdate und ntpd beim Booten
> > eines Systems ntpdate ein paar Sekunden früher zum Zuge kommt als
> > der ntpd
>
> Es sind ein paar Minuten. Der ntpd im Daemon-Modus kann ntpdate oder
> den "Einzelschussmodus" des ntpd beim Booten nicht ersetzen, denn der
> Daemon braucht immer einige Minuten "Bedenkzeit" bevor er aktiv wird.

Naja, mit iburst relativiert sich das schon etwas (ändert aber natürlich 
nichts an der Richtigkeit Deines Arguments):

Nov 18 21:58:27 localhost ntpd[1434]: ntpd 4.2.0a@1:4.2.0a-11-r Tue Jul 
27 04:55:54 CEST 2004 (1)
[...]
Nov 18 21:58:34 localhost ntpd[1434]: synchronized to 195.145.119.188, 
stratum 1

Macht 7 Sekunden vom Start des ntpd bis zur Synchronisation.

> Und dann, wenn das System schon fröhlich am Laufen ist, die Systemuhr
> zu stellen, ist IMHO nicht wirklich klug.

Hier gibt hier zwei "stellen", das sprunghafte Stellen will man nicht, 
das quasikontinuierlich Stellen schon, damit man dauerhaft synchron 
ist.

> > und somit die RTC etwas früher "richtig" geht. Nur könnte man
> > ebenso den ntpd nach /etc/rcS.d/ hängen.
>
> Ob die RTC während des Betriebs korrigiert wird, ist uninteressant.

Ja, war ein Brainbug meinerseits, sollte Systemuhr heißen.

> Es geht darum, dass die Systemuhr beim Booten so exakt wie möglich
> und so früh wie möglich gestellt wird. Damit eliminiert man von der
> RTC ausgehende Fehler und verhindert, dass der ntpd im laufenden
> Betrieb die Systemuhr stellt oder sich verabschiedet.

Wie gesagt, es gibt "stellen" und "stellen", und der Zweck des ntpd ist, 
die Systemuhr im laufenden Betrieb quasikontinuierlich zu stellen.


Grüße,

    Tilo



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