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Re: [Debian]: =?ISO-8859-1?Q? das mte doch gar n? icht so schwer sein...?Mime-Version: 1.0



On Sun, 21 Feb 1999, Marcus Brinkmann wrote:

> 
> Hi,
> 
> vorweg: Die Diskussion über Installation und Einsteigerhilfen, die momentan
> in einem anderen Thread läuft, gefällt mir gut, es sind schon einige
> konstruktive und realisierbare Punkte angesprochen worden, die ich mit
> Sicherheit in nahere Zukunft bei den entsprechenden Maintainern anklingen
> lassen werde.
> 
> Aber eine Sache möchte ich anmerken. Immer wieder liest man "das müßte doch
> gar nicht so schwer sein".
> 
> Das ist fast immer falsch. Fast alles in der Computerwelt ist sehr schwer.
> Wenn irgendetwas leicht erscheint, dann nur, weil jemand anders vorher eine
> ganze Menge Arbeit reingesteckt hat.
> 
> Hier ein paar gute Beispiele für wirklich harte Nüsse:
> 
> * Hardwareerkennung
> * zentrale Konfiguration aller Pakete
> * volle Internationalisierung aller Software (nicht wirklich schwer, aber
>   sehr sehr aufwendig)
> 
> Öfters wurde angesprochen, das Pakete sinnvoll vorkonfiguriert daherkommen
> sollen. Ich kann dazu nur sagen, daß dies das Grundprinzip von Debian ist.
> Leute, die sich über mangelnde Vorkonfiguration beschweren, vergessen fast
> immer, daß Debian für alle ist, und jede weitere Konfiguration in höchstem
> Maße von der konkreten Situation abhängt. Vielleicht erkennen diese Leute
> auch nicht, wieviel Vorkonfiguration tatsächlich schon geleistet wurde.
> 
> Es ist sehr sehr leicht, Lücken in Debian auszumachen. Es ist schwerer,
> aber nicht allzu schwer, eine gut durchdachte Lösung zu implementieren (auch
> hier kann man viel falsch machen, aber gute Programmierer haben wir). Das
> Problem liegt daran, ein Konzept oder Design zu finden, welches allen
> Ansprüchen gerecht wird. Die Ansprüche sind hoch (ich sage nur Manoj und
> IanJ :)
> 
> Bitte, wenn ihr allgemeine Kritik üben wollt, denkt erst mal ein paar Tage
> darüber nach, warum das nicht schon längst geschehen ist (wenn es doch so
> schwer gar nicht sein müßte). Einige Punkte, über die nachgedacht werden
> muß: Upgradefähigkeit, Netzwerkfähigkeit, Desktop vs Server Maschinen,
> Rechnerparks, und und und.
> 
> Etwas anderes sind lokale, kleine Mängel, wie zum Beispiel in der
> Installationsroutine angemerkt wurde, daß man nach der Paketauswahl nicht
> mehr zurückkommt. Diese sind willkommen, und da ist die Abhilfe fast immer
> offensichtlich, und muß nur noch umgesetzt werden.
> 
> Ihr könnt davon ausgehen, daß sich jeder der 400 Developer über die großen
> Lücken in Debian im klaren ist. An einigen Sachen wird gerade gearbeitet
> (Dokumentationssystem, Konfiguration der Pakete außerhalb der eigentlichen
> Installation etc). An anderen Dingen hat sich noch niemand herangetraut.
> 
> Vielen Dank,
> Marcus
> 
Hi, Marcus,und alle anderen,
es kann ja sein,daß sich bei den Maintainern einiges tut. Aber wenn man
kein Maintainer ist und auch nicht 100 (?) oder viel mehr Mails am Tag zu
lesen (weil z.B. Freizeit-Linuxer), dann bleibt man einfach in dieser
netten Gruppe und ließt interessiert mit. Vielleicht könnte sich ja einer
von Euch aufmachen und zwischendurch die aktuellen Entwicklungen
zusammenfassen und hier posten? 
Ich denke, dadurch kann man eine Menge unnötige Diskussion vermeinden und
hoffentlich auch, daß die Maintainer einfach die Ohren zuklappen.

Allgemein zur oben genannten Diskusion:
Am Anfang war das alles ein reger Gedankenaustausch zwischen einen
Theoretiker und einem Pragmatiker. Das fand ich auch recht fruchtbar.
Inzwischen geht ihr immer mehr in die Tiefe und der Ton verschärft sich.
Schlecht wäre es, wenn ihr am Ende nicht mehr miteinander reden wollt.
Dann war das Ganze für die Katz und Debian ist kein Stück weiter gekommen.

Zudem wird Linux hier in den höchsten Tönen gelobt, was ja an sich auch
verdient ist. Allerdings muß ich Stefan Nobis auch recht geben, das manche
sich etwas zu elitär zeigen. Aber es mag ja auch darauf beruhen, daß man
gerade wieder was in den Griff gekriegt hat und noch mächtig stolz ist so
ein schwieriges System wie Linux zu beherrschen. Kann man da ja auch sein.

NUR: man darf deshalb seine Nase nicht höher tragen als die anderen
Computer-Nutzer!

Ich kann beispielsweise sendmail nicht konfigurieren, ich hab's versucht
und festgestellt, daß ich entweder die Regeln verstehen muß oder m4. Zu
beidem hab' ich keine Lust, also nehme ich ein anderes Paket....
Anderes Beispiel: Ich könnte einen aktuellen Rechner nicht so einrichten,
daß er mit den neuesten Spielen (insb übers Netz) richtig zusammenläuft,
die Spiele-Freaks haben also auch eine Menge Spezialwissen! Da kann ich
jedenfalls nicht mithalten, ihr?
Will sagen: Was ihr/ich/die anderen haben ist einfach nur Spezialwissen.

Oder anders: Der Weg ist das Ziel?!? 

Oder daß ich mit meinem System genau(!) das vernünftig anstellen kann,
was ich will?

Außerdem sollte jeder das OS nehmen, das am besten für ihn geeignet ist.
Ich kenne Leute, denen ich kein Linux zumuten kann, wenn ich nicht immer
auf der Matte stehen will, um das System zu administrieren. => Empfehlung:
Win'95.
Ähnllich bei Leuten, die Linux erstmal kennenlernen wollen. Die sollen
gleich auch was mit der Wartung zu tun haben, aber ich weiß genau, daß sie
keine Lust haben erstmal 1000 Seiten zu lesen, ehe sie was produktives
machen können. => SuSE.Damit kommen sie klar.

Wenn man dann tiefer einsteigen will, kommt man automatisch zu einer
Distri, die sich weitgehenst an den FHS hält und einem die ganze
Konfiguration überläßt. Ich denke, das ist Debian.

Noch ein Wort zu: bei Firmen läuft Debian unter ferner....

Ich kenne mich zwar nicht richtig aus, meine aber daß solche Firmen eher
einen Vertrag mit ihrem Systemhaus haben, die dafür sorgen, daß die ganze
EDV einsatzbereit ist. Zumindetst die größeren. Da ist dann immer jemand,
der springt, wenn der Kunde ruft. Diese Leute werden dafür bezahlt. Bei
Debian wird keiner bezahlt und man kann also nicht so einfach sagen: "Das
muß du mir hier einrichten...", weil alles auf freiwilliger Basis läuft.

Meine Erfahrungen kommen aus der freiwilligen Hilfe, sei es bei Linux oder
Win, und dann habe ich mal bei einem Computer-Laden (schon etwas größer)
gearbeitet.

Vielleicht nützt das ganze Gerede ja was......
Reinhard.

P.S.: Der geistige Horizont reicht vom Hirn bis zum Brett.


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