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[Debian]:Re: mc 4.5.38-1 = fork-bomb?



Christian Kurz <shorty@debian.org> writes:

> Wieso muss es denn dauernd die neuste Version sein? Wird sind hier nicht
> bei Windows, wo ein  Versionsfetischsmus herscht.

Grundsätzlich ja richtig. Aber mal als Beispiel aus dem Real-Life:
Ich habe 5 Jahre ein komplett selbst gebautes System gehabt und dann
einmal Debian zur Probe installiert.

Die war derart grauslich veraltet (da waren Versionen drin, die ich
schon Monate und Jahre vorher auf auf meinem anderen System hatte),
daß ich nach knapp vier Stunden nach meiner ersten Debianinstallation
erst einmal apt auf unstable gesetzt und dist-upgrade angeworfen
habe. Der Rückstand der Distribution war einfach zu übel.

Dies alleine schon, um auch nur halbwegs die Versionen zu haben, die
ich ewig lange schon vorher benutzt habe und ich auch wenigstens meine 
bewährten Konfigurationen rüberziehen konnte, statt sie alle wieder
neu zu machen und dann vielleicht wieder erst ein halbes Jahr später
auf dem aktuellen Stand zu landen.
Monate und Jahre alte Backups wieder auszugraben, nur um passende
Konfigfiles auf dem Stand einer aktuelle Distribution wiederzufinden,
das war mir einfach zu dämlich.

Unterm Strich waren daher die stable CDs für mich nur rausgeworfenes
Geld und die nächste Installation habe ich direkt über ftp und
unstable angeworfen.

In Sachen Stabilität habe ich keinerlei Bedenken, weil ich jahrelang
ein System hatte, das noch viel aktueller als unstable war und
durchaus äußerst stabil lief.

Gut, unstable hakelt ein wenig öfter, weil der Zwang zur
Rücksichtnahme auf Paketmanagementbelange und Policyregeln neue
Fehlerquellen einführt, die man als sein eigener Maintainer so nicht
hat.
(Von brain-dead Maintainern wie beim mc einmal abgesehen, die für
trivialen Sch**ß, der IMHO gar nicht eingebaut gehört, weil seit
Jahren entsprechende Lösungen in der Manpage stehen, kaputte Wrapper
bauen. Da ist beim Versuch, eine DAU Lösung zu bauen, der Schuß in den 
Fuß gegangen. DAU kompatible Basteleien gehören aber IMHO nicht
unbedingt in eine Debian.)
Hält sich aber alles in Grenzen und wird i.d.R. sehr schnell wieder
ausgebügelt.

"Versionsfetischismus" ist sicherlich unter Linux normalerweise
unnötig, aber _pauschal_ ganz sicher nicht schädlich. Dafür habe ich
zu lange von allem die allerneusten Versionen benutzt um noch dieses
Ammenmärchen zu glauben. Linuxsoftware ist nicht Windowssoftware und
in den allermeisten Versionen einfach ziemlich stabil.

Was auch bisher an Problemchen mit potato aufgetaucht ist, war auch
verdammt harmlos und geringfügig.

> Ausserdem kann man sich auch den Source einfach nur holen und auf
> stable rekompilieren.

Da kann man sich aber dranhalten, die Telefonrechnung aufblähen und
muß manchmal alles Mögliche erst anpassen.
Mit Letzterem dürften manche unerfahrenere Nutzer mehr Probleme
bekommen, als direkt mit unstable. Daher halte ich das für recht
untauglich.
Selber kompiliert wird hier, wo auch unstable hoffnungslos in den
Versionen hinterher ist - damit hat man noch genug zu tun.

Ich halte unstable auch für nur halbwegs erfahrene Benutzer für
durchaus geeignet und wenn dadurch noch eher Fehler gefunden werden -
um so besser.
Schließlich sind einige andere namhafte Distributionen manchmal nicht
einmal so ausgereift, wie selbst unsere unstables.

cu,

marcus

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