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Re: [Debian]: Werbung [was: Wann kommt die neue Debian-Version?]



On Thu, Feb 18, 1999 at 10:18:04AM +0100, Peter Weiss wrote:
> >>>>> On Thu, 18 Feb 1999 03:06:20 +0100, Marcus Brinkmann <Marcus.Brinkmann@ruhr-uni-bochum.de> said:
> 
> Marcus> [...] Es
> Marcus> Es wäre zu überlegen, ob du dem DAU überhaupt
> Marcus> Linux empfehlen wollen würdest. Aber welche _konkreten_ Vorteile
> Marcus> hat eine installation mit SuSE gegenüber Debian?
> 
> Marcus> Wenn hier die Antwort Yast lautet, dann kann ich nur milde
> Marcus> Lächeln.
> 
> Über Yast habe ich auch schon oft gekotzt (z.B. Bedienung Fx-Tasten remote im
> xterm im VT100 mode). Yast gibt aber dem Endanwender (kann mir nicht helfen,
> aber Endanwender gefällt mir besser als DAU) das Gefühl/ die Illusion, das
> System zu beherrschen; bei Debian findet er/ sie nichts (dselect ist
> garantiert nicht Endannwender-tauglich und auch nicht vom funktionalen Umfang
> mit Yast vergleichbar).

Genau das ist der Punkt. Der Endanwender hat das Gefühl, alles unter
Kontrolle zu haben, hat er abr nicht, und fliegt irgendwann auf die Schnauze.

Vor ein paar Wochen sollte ich einem SuSE User PPP konfigurieren. Er hat es
einfach nicht geschafft. Ich habe mich über die "DON'T EDIT THIS FILE"
Warnungen einfach hinweggesetzt. Warum so halbherzig, warum anerkannte
Methdoen der Systemwartung so schmalos außer Gefecht setzen?

Nicht nur, daß Yast falsche Socherheit vorgaukelt, es behindert auch noch
die Bearbeitung des Systems durch wirklich erfahrene Benutzer.

> Marcus> Warum erwarten die Leute, daß sie ein HiTech Gerät wie einen
> Marcus> Computer bedienen können sollen ohne ein Wort dokumentation zu
> Marcus> lesen? Auf "cookie cutter approaches" sollten wir unbedingt
> Marcus> verzichten. Denn Yast läßt den Benutzer im Dunkeln über
> Marcus> die Art und Weise, wie ein Problem gelöst wird.
> 
> Sie erwarten es eben. Basta. Das ist ein Fact, den wir langsam akzeptieren
> sollten. Daß dem nicht so ist weißt Du und ich. Nur sprechen die
> Installations-Zahlen von Suse eben diese Sprache.

Wenn Du Dir eine Kettensäge holst, erwartest Du dann auch daß Du Dir auf
keinen Fall den Arm abschneiden kannst, und daß Du spielend leicht den Baum
fällen kannst, ohne etwas kaputtzumachen?

Ich weiß, daß Bill Gates den Leuten den Mund wässerig macht mit Zero
Administrationen. Wenn wir beide aber wissen, daß er leere Luft verkauft,
sollten wir dann nicht besser die Menschen aufklären, und ihnen beibringen,
wie man mit einem Computer umgehen kann?

Nur so nebenbei: Ich schiele nicht auf Installationszahlen. Wenn viele Leute
Debian benutzen, freut mich das. Wenn nicht, werde ich den Fehler bestimmt
nicht deswegen bei Debian suchen. (Es gibt objektivere Maßstäbe für Fehler
als Installationszahlen).

> Marcus> Windows-computing versetzt den Anwender in eine passive Situation, aus
> Marcus> der er sich selbst nicht heraushelfen kann. Dann doch lieber
> Marcus> Fernsehen.
> 
> Sicherlich, aber die Endanwender sind nun mal M$-versaut. Dieses
> Anspruchsdenken bekommt man mit dselect oder den *-config Skripten von Debian
> nicht wieder weg.

Dann sollen sie doch MS benutzen! Linux ist nicht für jeden. Warum eine
Kettensäge kaufen wenn eine Laubsäge viel einfacher zuhandhaben ist, und der
Baum nicht dick?

[...]
> Marcus> Übrigens, von wegen DAU freundlichkeit. In SUSE passiert nichts,
> Marcus> wenn ich auf die vielen Buttons im X Window drücke, weil die
> Marcus> entsprechenden Pakete nicht installiert sind. Unter Debian kann dies
> Marcus> wegen dem Menu system nicht passieren. Nur so als Beispiel.
> 
> Dazu müßte der Endanwender wissen, daß es sowas gibt, daß er sowas
> braucht. Das weiß nur jemand, der sich mit dem technischen Hintergrund
> beschäftigt hat. Der Normalanwender will das nicht, tut das nicht und sollte
> es IMO auch nicht müssen. In meinem Bekanntenkreis läuft zu 95% Suse. Die
> Suse-Anwender stören solche Dinge nicht.

Wenn sie solche Dinge nicht interessieren, dann ist SuSE vielleicht doch
die bessere Distribution. Mit der Erfahrung kommt auch die Fähigkeit,
technische Vorteile wie das Paketsystem besser Einzuschätzen.

Der Flow zu Debian hin scheint mir größer als der Flow von Debian weg. Das
ist doch ganz nett, oder?

Marcus

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Marcus Brinkmann              GNU    http://www.gnu.org     master.debian.org
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