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Re: Übersetzung von "name server"?



Hallo,

Am Sonntag, den 14.10.2012, 18:54 +0200 schrieb em. univ. Prof. Dr.
techn. Dipl. Ing. TU Thomas Schmidt:

> Knapp daneben. Server zu übersetzen ist schon unangebracht. das Programm
> stellt sich nur in Dienst, Namen und Nummern zuzuordnen. 

Dies ist technisch nicht ganz richtig. Ein Nameserver stellt
beispielsweise auch Text (TXT) oder Aliase (cname) bereit.

> Daneben kann es
> den Dienst zu Verfügung stellen. Die Art des Programms ist aber eiin zur
> Verfügungsstellen dieses Dienstes fpr andere und ist selbst nicht einmal
> eine Datenbank. Man kann nur Abfragen. sonst rein gar nichts. 

Auch dies ist technisch nicht ganz richtig. Insbesondere in Verbindung
mit DHCP wird in die Datenbank geschrieben. Ob es sich dabei um eine
Datenbank im klassischen Sinne handelt, darüber lässt sich trefflich
streiten da unterschiedliche Datenbankbackends konfiguriert werden
können. Bei Bind sind es zum Beispiel in der Standardeinstellung
Textdateien.

> Ein Übersetzen eines falschen Wortes im Englischen durch ein unrichtiges 
> Wort im Deutschen ist besonders unseriös. Eigentlich richtig übel.
> 

Warum? Es kommt doch darauf an den Namen zu nutzen unter dem man sich im
deutschen Sprachraum das vorstellt, was der englischsprachige Autor
benennt.

> Ein Name wird nicht aufgelöst, sonst wäre  er anschließend nicht mehr da.

Auflösen wird hier im Sinne von "in etwas übergehen, sich in etwas
verwandeln" verwendet.
http://www.duden.de/rechtschreibung/aufloesen -> 1c

> Ein Name wird überhaupt nicht behandelt, 

Das ist auch nicht wirklich richtig. Einem Shortname wird das lokale
DNS-Suffix bei Bedarf automatisch angehängt. (man resolv.conf)

> eine Adresse auch nicht. 

Auch hier gibt es Gegenbeispiele (IP-6).

> Was ist jetzt das Vprdergründige? Die Nummern gab es schon länger, vor den
> Namen, Namen sind fpür die paar Armen, die keine Zahlen behalten können.

Also für alle Menschen, die nicht über ein erhabenes Gedächtnis verfügen
und sich hunderte von Millionen Webseiten zu merken. Oder die sich
morgens beim Anmelden am Firmen-PC die neu zugeordneten Nummern ihrer
Arbeitskollegenrechner ansehen und auswendig lernen.

> Daher erster Vorschlag: Namenzuordner. Das ist nicht schön. 

Nein, das ist dann mal gar nicht schön. Das kennt niemand so:
https://www.google.com/search?q=Namenzuordner liefert genau einen
falschen Treffer! Außerordentlich peinlich! Insbesondere da es die
Funktion auch noch falsch wiedergibt. Der Name wird nämlich nicht
zugeordnet. Wenn schon dann wird die IP zugeordnet.

> Namenübersetzer?
> Naja. Namenersetzer ist sicher falsch. Namensdienst? Najaaa.... 
> Namensprogramm? Etwas gar zu viel. Namendatei? Etwas zu wenig.

Ein Nameserver ist ein Nameserver und hat im deutschen Sprachgebrauch
genauso Einzug gehalten wie DNS, Server, Host, PC und viele weitere.
Zwanghaftes Eindeutschen führt nicht zu mehr Verständnis sondern nur zu
Verwirrung.

Carsten Bachert


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