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Re: [Debian]: Debian und freie Software o. Warum KDE nicht frei ist



On Mon, Sep 01, 1997 at 11:40:43PM +0200, Marcus Brinkmann wrote:
> 
> 1) Qt ist nicht frei.
> 
> Qt hat eine Lizenz zum Schreien. Erstmal: Es gibt zwei verschiedene
> Lizenzen, eine "Free Software" und eine "Prfoessional Developement".
> Die "Free" greift bei Gebrauch auf einem "X Windows System", die "Prof" kann
> unter mehreren Systemen eingesetzt werden.
>  * damit diskriminiert die "Free" Lizenz bestimmte Softwaresysteme.
> 
> Ist denn die "Free" Lizenz frei?
> * Qt darf nicht modifiziert werden!

Für Sprachen und Bibliotheken finde ich das übrigens sinnvoll, da es sonst
binnen kurzer Zeit viele Mutanten gibt, welche untereinander nicht mehr
kompatibel sind. D.h. Programme laufen nur noch unter bestimmten
Versionen - schlecht. 

> * Das Endprodukt muß unter die GPL fallen (oder LGPL oder ähnlich).
>
> Dieser Punkt ist merkwürdig und eigentlich wiedersinnig. Denn die Programme
> können zwar formal die Auflagen der GPL erfüllen, aber der Idee der GPL,
> z.B. die uneigeschränkte Übertragung auf andere Betriebssysteme, wird nicht
> im geringsten entsprochen.

Für mich ist das einfach ein (legaler!) Mißbrauch der (L)GPL!
Die (Troll) halten ihre "Kunden" scheibar für doof.

> [...]

> 2) KDE ist nicht frei.
> 
> KDE läuft nicht ohne Qt. Qt ist nicht frei. -> KDE hängt von Qt ab. (Social
> Contract) -> KDE ist nicht frei.
 
Genau so und nicht anders ist das zu sehen (Anwälte ausgeschlossen).

> Soweit für Debian. Irgendjemand schrieb, daß entweder Debian gehen muß, wenn
> KDE "ein Knüller" wird, oder Debian Qt mitliefern muß. Das ist Quatsch! Über
> Motif ließe sich das gleiche behaupten, und da stimmts auch nicht.

Das schrieb übrigens ein KDE-Entwickler. Das klingt fast nach einem gewissen
Gates. Die KDE-Entwickler wollen scheinbar, das KDE DER Desktop für Linux
wird (verständlich). Aber diese Bemerkung ging etwas zu weit, fordern sie
hier doch, das eine Distribution, die KDE/QT nicht unterstützt, untergehen
soll. Ich finde, das wir unter Linux Auswahl brauchen. Jeder sollte sich
seinen Desktop, der ihm gefällt aussuchen können.
Zur Zeit gibt es drei nicht kommerzielle Desktop-Projekte - GNUStep,
GNOME und KDE. Und das ist auch gut so.
Noch besser ist, daß zwei von den dreien wirklich frei sind.
Auf KDE/QT sind wir nicht angewiesen!
(Sorry, wenn das etwas schroff klingt.)

> Wahrscheinlich hat sich hier Qt selbst eine Hintertür gebaut: Da alle
> Programme, die auf der "Free" Version von Qt beruhen, unter GPL ähnliche
> Lizenzen fallen müssen, können sie natürlich für ein freies Toolkit angepaßt
> werden. So wie GNOME das jetzt voraussichtlich für KDE machen wird. Also
> mache ich mir keine Sorgen in dieser Hinsicht. Mag sein, daß Qt ein ganz
> tolles Produkt ist (Motif ist auch eins), aber es wird sich nicht der freien
> Software in den Weg stellen können, sondern sie nur verstärken.

Ich finde KDE wirklich ganz gut und war total begeistert, als ich es zum
ersten mal sah. Der einzige Fehler, den sie getan haben, war QT zu wählen.
Aber an sonsten leisten sie ganz hervorrangende Arbeit.

> Debian wird sich jedenfalls nicht davon abhängig machen.

Das geht rechtlich gar nicht. Debian hat sich gesetzlich verpflichtet,
frei zu bleiben, wohingegen Troll nur verspricht, daß QT für Linux
frei bleibt; und einer Firma traue ich seit Microsoft überhaupt nicht mehr.

> [...]
> Ein persönliches Wort noch an Kalle: Ich verstehe nicht, warum ihr euch über
> das GNOME Projekt ärgert. Ihr habt es doch selbst so gewählt: Qt fordert so
> etwas wie GNOME mit seiner Lizenz geradezu heraus. Hättet ihr ein freies
> Toolkit benutzt, daß unter der LGPL liegt (wie gtk !?), dann hättet ihr auch
> KDE mit einer restriktiveren Lizenz versehen können. So sind euch durch Qt
> die Hände gebunden.

Ein anderes Toolkit kam für sie nicht in Frage, weil QT in ihren Augen das
beste Toolkit ist. Ich meine: Kde, wie man es heute downloaden kann, hätte
ebensogut mit einem anderen Toolkit - freilich bei mehr Arbiet -
implementiert werden können. Aber da brauchen sie sich keine Sorge zu machen.
Von allen Linux-Distributionen gibt es lediglich eine (1) nicht-kommerzielle,
Debian. Die kommerziellen Distributionen haben mit QT und KDE keine
Probleme. Also, was sollen sie sich Gedanken deshalb machen. So wie die
Debian-Gemeinschaft nicht auf QT/KDE angewiesen ist, ist die KDE-Gemeinde
nicht auf Debian angewiesen. :-(

> Marcus
> der sich immer wieder über komische Lizenzen wundert (und gerne
> Kreativpreise verleihen würde)

Erstell doch mal ´ne Top-5. ;-)

Mein Fazit:
Debian ist ok, KDE ist ok, Qt ist ok,
jedem was ihm beliebt, solange es kein Monopol gibt.
Wer Kde oder Qt oder Debian nicht will, hat genug andere zur Auswahl.

-- 
Andreas

Attachment: pgp8bVVHNu5qq.pgp
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